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Pferd aufwärmen & dehnen vor dem Reiten – effektive Warm‑up Übungen

  • Autorenbild: Lisa Rieger
    Lisa Rieger
  • 7. Juli 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Juli 2025


Pferd im Gelände mit Reiterin im Schritt

Das richtige Aufwärmen eines Pferdes vor der Arbeit ist entscheidend für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Verletzungsprophylaxe. Hier sind praktische Tipps, wie du dein Pferd effektiv aufwärmen kannst – egal ob für Dressur, Springen, Gelände oder Freizeitreiten:


Tipp: Aufwärmen beginnt schon beim Putzen

Schon während des Putzens kannst du aktiv zur Durchblutungsförderung beitragen – ideal als Einstieg in die Aufwärmphase:

  • Gummistriegel in kreisenden Bewegungen verwenden→ Erst mit dem Fell, dann gegen den Strich. So erreichst du nicht nur lose Haare und Schmutz, sondern regst auch die Durchblutung der Haut und Muskulatur an.

  • Intensiver Kontakt = Aktivierung Besonders an großen Muskelgruppen (Schulter, Kruppe) kann kräftiges Striegeln wohltuend und aktivierend wirken.

  • Beobachte dein Pferd dabei Viele Pferde zeigen durch Gähnen, Kauen oder ein entspanntes Gesicht, dass sie sich dabei wohlfühlen.



Dehnung der großen Muskelgruppen – Praktische Übungen


Halsmuskulatur

Ziel: Verbesserung der Biegsamkeit, Lockerung der Schulter- und Nackenmuskeln

Übung: Karotten-Stretches (auch ohne Futter möglich)

  • Seitlich beugen: Pferd dreht den Kopf zu Schulter, Gurtlage oder Flanke

  • Tief dehnen: Pferd senkt den Kopf zwischen die Vorderbeine

  • Lang strecken: Pferd streckt Kopf nach vorne-unten (z. B. zum Boden durch gezielte Futterdehnung)

Tipp: Immer langsam und symmetrisch arbeiten – beide Seiten gleichmäßig!


Vordergliedmaßen (Brust- und Schultermuskulatur)

Ziel: Mobilisation der Schulter, Verbesserung der Schrittlänge

Übung Bein vorstrecken (passiv):

  • Nimm das Vorderbein auf und führe es sanft nach vorne-unten 

  • Halte kurz, dabei nicht nach unten ziehen!



Rücken- und Rumpfmuskulatur

Ziel: Aktivierung der Bauchmuskulatur und Lockerung der Rückenmuskulatur

Übung Bauch anheben durch Druck:

  • Mit Fingerspitzen oder Fingerknöcheln in die Bauchlinie drücken (zwischen Gurtlage und Flanke) → Pferd wölbt den Rücken auf.

Übung Brustkorb heben:

  • Leichter Druck mit den Fingern zwischen den Vorderbeinen → Pferd hebt den Brustkorb, dehnt dabei Rumpfträger und Rückenmuskeln.

Wichtig: Immer ruhig und gleichmäßig arbeiten, nicht „pieksen“!


Hintergliedmaßen (Kruppe, Oberschenkel, Beckenmuskulatur)

Ziel: Verbesserung der Beweglichkeit der Hinterhand und Aktivierung der großen Schubmuskeln

Übung: Bein nach hinten dehnen (passiv):

  • Hinterbein vorsichtig aufnehmen und sanft nach hinten-unten dehnen.

  • Achte auf Balance und ruhigen Stand des Pferdes.


Darauf solltest du bei allen Dehnübungen achten:

  • Immer beidseitig arbeiten

  • Pferd muss entspannt stehen – nie unter Zwang dehnen!

  • Dauer: 15- 20 Sekunden

  • Wiederholungen: 3-4 mal

  • Nicht dehnen bei akuten Lahmheiten, Muskelverspannungen oder Verletzungen ohne Absprache mit dem Tierarzt oder Physio



Führen oder lockeres Schritt-Reiten (15 Minuten bei gesunden Pferden)

  • Ziel: Kreislauf anregen, erste Mobilisierung der Muskulatur.

  • Führe das Pferd an der Hand oder reite locker im Schritt.

  • Nutze das Gelände: Leichte Steigungen oder unebener Boden aktivieren die Hinterhand.

Tipp: Wenn du auf dem Platz oder in der Halle reitest, wechsle regelmäßig die Hand, geh große gebogene Linien.


Schritt unter dem Sattel – aktiv geritten

  • Achte auf aktives Vorwärtsgehen mit langem Hals. Aber bleib im Takt !!!

  • Reite Übergänge im Schritt, z. B. aus dem Halten anreiten.


Trab- und Galopparbeit locker beginnen (je 10 Minuten)

  • Leichttraben auf großen Linien (z. B. auf dem Zirkel oder in Achten).

  • Übergänge Schritt–Trab–Schritt, um Reaktion und Balance zu fördern.

  • Dann kurze Galopp-Phasen, ruhig und im leichten Sitz – besonders bei Springpferden wichtig.


Zeitlicher Rahmen

  • Gesamtdauer des Aufwärmens: 15–25 Minuten – abhängig von:

    • Alter des Pferdes ( Gesundheitszustand )

    • Wetter (im Winter länger!)

    • Trainingsziel (lockere Einheit vs. Turniervorbereitung)


Besondere Hinweise bei kaltem Wetter

  • Pferd gut abgedeckt lassen (Nierendecke, Schrittdecke).

  • Aufwärmzeit verlängern.

  • Nach der Arbeit langsam abkühlen lassen, evtl. mit Abschwitzdecke.


Fazit

Ein gutes Aufwärmen ist keine Zeitverschwendung – es legt die Basis für jedes Training. Die Phase sollte ruhig, systematisch und pferdegerecht erfolgen. So werden dein Pferd und du langfristig leistungsfähig und gesund bleiben.


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